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Gaslaternen sind zukunftssicher

Zu Besuch in der Gaslichtwerkstatt der Stadtwerke


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Die Stadtwerke haben die Technik im Griff. Davon konnten wir uns in der Gaslichtwerkstatt überzeugen. Dort ist ein engagiertes Team an der Arbeit, das intensiv an der Zertifizierung gearbeitet hat. Die Prototypen der Laternen mit Elektrozündung sind dort entwickelt worden und funktionieren. Hier das Alt-Düsseldorfer Modell mit Elektrozündung. Eine Bildergalerie von unserem Besuch bei den Stadtwerken gibt es hier.

Die Nachricht selbst hatte der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke, Dr. Udo Brockmeier, schon bei den Düsseldorfer Jonges verkündet: Die Stadtwerke Düsseldorf haben alle notwendigen Zertifikate erhalten, um alle Gaslaternentypen langfristig zu erhalten. Sie können sogar komplett neue Gaslaternen bauen und aufstellen. Wir hatten jetzt die Gelegenheit, uns bei den Fachleuten in der Gaslichtwerkstatt umzusehen und uns mit eigenen Augen davon zu überzeugen, wie sorgsam dort mit unserem kulturellen Erbe umgegangen wird.

Die Zertifizierung war ein ausgesprochen aufwendiger Prozess, in den ganz erheblich investiert wurde. Genaue Zahlen werden von den Stadtwerken zwar nicht genannt, aber allein die Tatsache, dass über 200 Zeichnungen von Bauteilen angefertigt werden mussten, lässt ahnen, wie viele Arbeitsstunden in das Projekt geflossen sind. Deutlich war im Gespräch mit Tim Schürmanns, dem Liter der Gaslichtwerkstatt, und seinen Mitarbeitern zu spüren, mit wieviel Engagement und Liebe zur Sache hier gearbeitet wird.

Zuständig für den Betrieb der Straßenbeleuchtung ist die Stadtwerke-Tochter Netzgesellschaft Düsseldorf mbH. Dort ist Tobias Kieslich der zuständige Abteilungsleiter. Er erläuterte uns die technischen Hintergründe. Vor allem erklärte er, warum es im Zuge der Umstellung auf eine neue Erdgassorte (H-Gas) erforderlich ist, in den nächsten Jahren mit der Umstellung der Gaslaternen auf Elektrozündung zu beginnen.

Heute werden die Gaslaternen in Düsseldorf durch eine kurzzeitige Erhöhung des Gasdrucks (Druckwelle) ein- und ausgeschaltet. Diese Druckwelle wird von verschiedenen Stationen im Stadtgebiet erzeugt. So ist sichergestellt, dass jede Laterne erreicht wird. Dieses System ist bewährt und funktioniert seit fast 100 Jahren. Voraussetzung ist jedoch, dass Düsseldorf ein einheitliches, zusammenhängendes Netz hat. Das wird künftig nicht mehr möglich sein, weil das Gas von vier Lieferanten kommt, die leicht unterschiedliche Qualitäten anbieten. Deshalb muss das Netz in vier Bereiche geteilt werden.

An den Rändern dieser Bereiche kann es dann sein, dass die Druckwelle nicht mehr stark genug ist, um die Gaslaternen zuverlässig zu zünden. Hier muss vordringlich auf Elektrozündung umgestellt werden. Langfristig werden alle Gaslaternen umgestellt, da heute unverbranntes Gas ausströmt, wenn eine Laterne nicht zündet. Das ist nach der Niederdruckanschlussverordnung (NDAV) nicht zulässig. Außerdem entfällt durch die Elektrozündung der Gasverbrauch der Zündflamme und die Zahl der Störungen reduziert sich. Diese Umstellung kann aber nach und nach erfolgen.

Gaslaternen können erneuert werden

Grundsätzlich gilt für jede Düsseldorfer Gaslaterne Bestandsschutz und sie kann so lange weiter betrieben werden, bis sie – meistens wegen Korrosion am Mast – ersetzt werden muss. Erst dann muss eine neue zertifizierte Laterne aufgestellt werden. Ein Strömungswächter und ein Absperrventil werden am Mastfuss zusätzlich eingebaut und die Laterne insgesamt auf den neuesten technischen Stand gebracht. Wenn Politik und Stadtverwaltung es wollen, muss also keine einzige Gaslaterne in Düsseldorf mehr entfernt werden!
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